Rücken-Training Info

RÜCKEN – TRAINING

Mit gezieltem Training beugen Sie Rückenschmerzen effektiv vor!

Muskuläre Balance

Das Muskelsystem des Körpers ist komplex und vielschichtig aufgebaut.

Unzählige Muskeln bilden Funktionseinheiten, die uns kontrollierte Bewegungen erlauben. Zusammen mit Bändern, Sehnen und Faszien stützt die Muskulatur das Skelett und hält uns im aufrechten Stand sowie bei der Fortbewegung. Muskeln können sich grundsätzlich nur in eine Richtung bewegen, nämlich zusammenziehen. Um die Bewegung auch in die Gegenrichtung auszuführen, braucht es einen Muskel als Gegenspieler (Antagonist), der in die umgekehrte Richtung zieht. Für die Fortbewegung benötigen wir somit Hüftbeuger und Hüftstrecker, Kniebeuger- und Kniestrecker. Gut bekannt sind auch die beiden Oberarmmuskeln Bizeps und Trizeps, die als Gegenspieler Bewegung im Ellenbogengelenk ermöglichen. Muskuläre Balance bedeutet, dass die Beuger und Strecker gleichmässig gekräftigt und gedehnt sind. Somit kann das Skelett in Balance gehalten werden, nach vorne und hinten, rechts und links.

Hüftbeugemuskulatur

Eine Muskelgruppe, die bei fast allen Menschen zur Verkürzung neigt, ist die Hüftbeugemuskulatur. Dies ist sehr einfach nachvollziehbar. Durch das häufige Sitzen während der Schulzeit und später bei der Arbeit befinden sich diese Muskeln die meiste Zeit in verkürzter Position. Ihre Gegenspieler, die Gesässmuskeln, sind währenddessen entspannt und werden schwach. Der Körper passt sich mit der Zeit diesen Gegebenheiten an. Werden die Hüftbeuger nicht regelmässig gestreckt und gedehnt, verkürzen sie immer mehr. Die abgeschwächten Gesässmuskeln nehmen ihre Aufgabe als Strecker nicht mehr genügend wahr. Der Bewegungsumfang im Hüftgelenk verkleinert sich und muss durch Beugung des Oberkörpers nach vorne und Bewegung in der Lendenwirbelsäule kompensiert werden. Dieses Bewegungsmuster ist bei vielen älteren Menschen zu beobachten.
Muskuläre Balance ist die Voraussetzung, um die Körperstatik im Lot zu halten!
Beim Training bedeutet muskuläre Balance beispielsweise, die Körpervorderseite und Rückseite ausgeglichen zu kräftigen. Insbesondere bei jungen trainierten Männern sind oft stark ausgeprägte Oberarm- und Brustmuskeln zu beobachten, hingegen weniger ausgeprägte Rückenmuskeln. Dadurch werden die Schultern immer weiter nach vorne gezogen (Protraktion und Innenrotation). Es entsteht eine muskuläre Dysbalance im Schultergürtel. Muskuläre Balance ist die Voraussetzung, um die Körperstatik im Lot zu halten sowie Verspannungen und Überlastung vorzubeugen. Sie ist ein wichtiges Element der Gesundheitsvorsorge.
Ein ausgewogenes Rückentraining hat somit immer zum Ziel, die muskuläre Balance zu fördern, verkürzte Muskelgruppen zu dehnen und abgeschwächte zu kräfitgen.